Skelett und Verdauungssystem von Papageien
(schematische Darstellung)

Eine Besonderheit, die nur das Vogelskelett aufweist: während alle Säugetiere, die Giraffe ebenso wie das Meerschweinchen oder auch der Mensch, einheitlich sieben Halswirbel besitzen, haben Vögel unterschiedlich viele, bei Papageien bewegt sich diese Zahl zwischen 10 und 18. Diese Beweglichkeit unterstützt den wichtigsten und ausgeprägtesten Sinn aller Vögel - den Gesichtssinn (siehe weiter unter: Augen & Hals)
Kropf
Der Kropf, ein Hautsack, ist eine Ausstülpung der Speiseröhre. (Der menschliche Kropf ist damit nicht zu vergleichen, er entsteht durch eine Fehlfunktion der Schilddrüse) In dem Kropf speichern die Papageien Futter. Habe sie Junge zu füttern, werden die im Kropf gespeicherten Körner mit Hilfe eines speziellen Sekrets aufgeweichten Körnerschleim verfüttert.
Darm & Nieren
Im Gegensatz zu Säugern haben Vögel nur einen Ausgang für Nieren- und Darmausscheidungen, also Kot und Harn. Beide Systeme, der Darm und die Nieren, münden in die Kloake. Vögel haben keine Harnblase, was ihnen zusätzlich Gewicht beim Fliegen spart. Die beiden Nieren filtern das Blut, führen wesentlich mehr Wasser daraus zurück als die Nieren der Säugetiere und geben einen halbfesten Urin frei. Was wir als normalerweise weißen Anteil im Kot sehen, ist der Harn.
Leber
Neben den Nieren ist die Leber das wichtigste Entgiftungsorgan des Papageienkörpers. Sie speichert außerdem Kohlenhydrate, Vitamine und Mineralstoffe und produziert die Gallenflüssigkeit. Papageien haben keine Gallenblase.
Körpertemperatur
Die Körpertemperatur der Vögel liegt bei rund 41° C, ist also wesentlich höher als beim Menschen.
Knochen
Die Knochen sind extrem leicht gebaut. Sie sind "luftgekämmert", also teilweise innen hohl, und stehen über die Luftsäcke mit der Lunge in Verbindung. Das hilft den Papageien sich besonders leicht zu machen: sie pumpen ihre Knochen voll Luft.
Herz
Es hat die gleiche Funktion wie das menschliche Herz. Fisches Blut wird über die Arterien vom Herzen weg zur Versorgung der Organe gepumpt. Verbrauchtes, sauerstoffarmes Blut fließt über die Venen zum Herzen hin und erhält über die Lunge Sauerstoff. Sein Herz schlägt in einer Minute 150- bis 200 mal. |
Augen
Wenn der Vogel etwas Neues entdeckt hat, verrenkt er sich förmlich, um dieses Objekt in den richtigen Winkel zu bekommen. Denn sein Gesichtskreis ist, weil die beiden Augen seitlich sitzen und unabhängig voneinander Bilder Wahrnehmen können, zwar wesentlich größer als unserer. Das räumliche Gesichtsfeld aber, also der Teil der Umgebung, den beiden Augen gleichzeitig wahrnehmen, ist kleiner als bei uns, deshalb die Verrenkungen. Papageien sehen vermutlich wesentlich mehr Bilder pro Sekunde als wir: rund 150 aufeinander folgende Reize nehmen sie in einer einzigen Sekunde auf, mehr als zehnmal so viele wie der Mensch, der ganze 16 Bilder erfasst. Der Wellensittich sieht also einen Film, der Ihnen als durchlaufende Bildfolge erscheint, also verschiedene Einzelbilder. Farben sehen Papageien übrigens so gut wie wir.
Vibrationssinn
Papageien besitzen, wie andere Vögel auch, einen Vibrationssinn: die so genannten Herbstchen Körperchen (Nervenendkörperchen) in den Beinen übermitteln ihnen bereits die minimalsten Bewegungen des Sitzplatzes. Weil sie in der Lage sind, zwischen "Feind"-Bewegungen des Astes und natürlichen Bewegungen, etwas durch Wind, zu unterscheiden, dient der Vibrationssinn als Frühwarnsignal.
Bürzeldrüse (siehe Äußere Merkmale/Gefiederpflege)
Abkühlung
Da Papageien keine Schweißdrüsen besitzen, kühlen sie sich durch veränderte Federstellungen und hecheln durch den halbgeöffneten Schnabel ab.
Hals
Im Unterschied zur starren Rumpfwirbelsäule, ist der oft recht lange Hals in alle Richtungen verbiegbar. In der Ruhelage ist der Hals S-förmig gekrümmt. Dadurch wird der Kopf wieder in die Nähe des Körperschwerpunktes gebracht.
Magen
Der Drüsenmagen, dem Muskelmagen vorgelagert, ist wieder eine Besonderheit der Vögel. Sie haben zwei Magensysteme, wir nur eines. Während im Drüsenmagen Verdauungssäfte das Futter aufweichen, wird es im Muskelmagen mit starken Pressbewegungen gemahlen. Gritkörner, die der Vogel aufnimmt und die immer im Muskelmagen vorhanden sind, unterstützen den Zerkleinerungsvorgang.
Vögel können sich sehr unterschiedlich ernähren. Da sie beim Fliegen viel Energie verbrauchen und außerdem noch möglichst leicht sein müssen, ist es wichtig, dass die Nahrung nährstoffreich ist und wenig unverdauliche Ballaststoffe enthält. Es gibt daher viele Vögel, die Früchte und Samen essen, aber nur wenige, die mit Gras und Blättern auskommen können. In Insekten, Fleisch und Fisch sind die Nährstoffe stark konzentriert. Sie sind daher die bevorzugte Vogelnahrung, wobei sich die "Speisezettel" der einzelnen Arten aber durchaus unterscheidet.

Da die Vögel keine Zähne haben, können sie auch nicht kauen. Die Nahrung wird erst im Magen zerkleinert. Die Wände des Magens bestehen aus starken Muskeln. Innen ist er mit einer harten Schicht ausgekleidet. Mit der Hilfe von Steinchen, die die Vögel extra zu diesem Zweck herunterschlucken, werden die Körner oder Insekten im Magen zerquetscht und zerrieben und so für die Verdauung vorbereitet. |